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Auf höchstem Niveau!

08.05.2018

ChG-Exkursion auf die Zugspitze

Auf höchstem Niveau!
ChG-Exkursion auf die Zugspitze

Die Zugspitze, wahrlich ein Berg der Superlative! Sie hat mit ihren 2962 Metern Höhe nicht nur den höchsten Gipfel in Deutschland, sie beherbergt vor allem auch herausragende Einrichtungen für Forschung und Meteorologie an höchstgelegenen Standorten in Deutschland. Diese waren die vorrangigen Ziele der Exkursion desQ11-Geographie-Kurses am Traunsteiner Chiemgau-Gymnasium (ChG).

Gleich am Morgen wurde die Exkursionsgruppe in der „Umweltforschungsstation Schneefernerhaus“ (2650 m) erwartet, einem Zentrum für Höhen- und Klimaforschung. Gleichzeitig ist diese Station auch Observatorium und weltweit einziges Ausbildungszentrum für Atmosphärenforscher aus sogenannten Entwicklungsländern. Während der Führung durch die Forschungsstation wurden uns unter anderem sehr anschaulich zahlreiche Zusammenhänge atmosphärischer Prozesse erläutert, viel detaillierter als zuvor im Unterricht. Wir erfuhren eine Menge über Art und Methoden der Datenerhebungen insbesondere in dieser Höhe, bekamen die zahlreichen Messinstrumente auf den verschiedenen Dachterrassen erklärt und konnten schließlich in einem Stollen im Berg den Permafrost geradezu begreifen. Es gibt ihn noch, er wird an diesem Ort genauestens beobachtet und vermessen. Ein reger und wertvoller Gedankenaustausch zwischen der sehr kompetenten Referentin sowie den Schülerinnen und Schülern rundete diesen überaus lohnenswerten Besuch auf der „Umweltforschungsstation Schneefernerhaus“ ab.

In Zusammenarbeit mit der „Umweltforschungsstation Schneefernerhaus“ steht die „Bergwetterwarte Zugspitze“, Außenstelle des „Deutschen Wetterdienstes“, einer Bundesbehörde mit Hauptsitz in Offenbach am Main. Die Bergwetterwarte befindet sich auf dem Gipfel unweit des Gipfelkreuzes. Die seit 1900 in Betrieb befindliche Wetterstation beeindruckt zuerst durch ihren markanten, quaderförmigen Baukörper in dieser ungewöhnlich exponierten Lage. Drinnen zwängten wir uns die sehr schmalen und steilen Treppen in die beiden oberen Stockwerke hinauf, in der sich auf engstem Raum die modernen technischen Anlagen sowie der Wohnbereich für den diensthabenden Wetterwart befinden. In der Bergwetterwarte müssen das ganze Jahr rund um die Uhr Wetterbeobachtungen und Messungen vorgenommen werden, wichtige Voraussetzungen für genaue Wettervorhersagen. Daher werden diese Daten auch regelmäßig an die Zentrale in Offenbach übermittelt. An zahlreichen Messreihen veranschaulichte uns der Meteorologe, dass eine Klimaerwärmung nicht mehr von der Hand zu weisen ist. Auf der kleinen Dachterrasse des Gebäudes bestaunten wir schließlich neben den hochmodernen Messgeräten für Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung und Windgeschwindigkeit, Sonnenscheindauer und Strahlung auch die Einzigartigkeit dieses höchstgelegenen Ortes Deutschlands.

Weitere Besonderheiten auf der Zugspitze: die vom Eibsee auf den Gipfel führende neue Seilbahn der Superlative, in der man barrierefrei auf den Gipfel gelangt, im Winter ein Skigebiet, in dem es ausschließlich Naturschnee gibt, ein Postamt mit eigener Adresse und sogar mit eigenem Postboten, ein Trauraum des Standesamtes Garmisch-Partenkirchen sowie Deutschlands höchstgelegene Kirche „Maria Heimsuchung“, in der regelmäßig neben Gottesdiensten auch kirchliche Trauungen stattfinden. Angesichts einer überaus großräumigen Erschließung dieses ursprünglich eher kleinen Berggipfels drängte sich uns am Ende die intensive Auseinandersetzung mit dem Für und Wider, dem Spannungsfeld bei einer derartigen Erschließung zwischen Ökonomie und Ökologie auf.

Unser Tag auf der Zugspitze war großartig - und dies in jeder Hinsicht. Selbst das Wetter bot uns ein Ereignis der Superlative: Bei Windstille und gut +8° C erlebten wir auf dem Gipfel der Zugspitze den zweitwärmsten Apriltag seit Beginn der Aufzeichnungen. Wir fühlten uns dem Himmel ein Stückchen näher.

Auf dem höchsten Ort Deutschlands: die Dachterrasse der „Bergwetterwarte des Deutschen Wetterdienstes“
Auf dem höchsten Ort Deutschlands: die Dachterrasse der „Bergwetterwarte des Deutschen Wetterdienstes“
Ausblick von der Dachterrasse der Bergwetterwarte aus hinüber zum Gipfelkreuz der Zugspitze und über die derzeit höchstgelegene Baustelle Deutschlands.
Ausblick von der Dachterrasse der Bergwetterwarte aus hinüber zum Gipfelkreuz der Zugspitze und über die derzeit höchstgelegene Baustelle Deutschlands.

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